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Theoriegeleitete Praxisstudien - Beobachten und individuelle Förderung

Beobachten400x265.jpg Link-Arbeitsbereiche.jpg Die Praxisphasen im Hauptstudium,  bzw. Master-Studium

Dass Professionalisierung von LehrerInnen nicht in einem getrennten Hintereinander von Theorie und Praxis erreicht werden kann, ist hinlänglich bekannt. Theoretische Ansätze können ihr Potential, Handlungs- und Deutungsspielräume zu eröffnen, erst in der Begegnung mit der Praxis realisieren, und die Praxis ihrerseits stellt viele Fragen, die erkenntnisweisende Schneisen durch die Theorie bilden. Daraus entsteht die besondere Bedeutung der Praxisphasen im Hauptstudium, bzw. im Master-Studium.

Das Beobachten

Der Kompetenz des Beobachtens muss innerhalb dieser Praxisphasen eine besondere Bedeutung beigemessen werden – und zwar sowohl mit Blick auf den Lernprozess der Studierenden, die in Hospitationen aus Beobachtungen lernen, als auch mit Blick auf den zukünftigen Beruf, in dem die Fähigkeit, SchülerInnen kompetent in ihrem Lernprozess zu begleiten, entscheidend von den diagnostischen Fähigkeiten abhängt. Und ein zentrale Diagnoseinstrument in der Schule bleibt trotz vielfältiger Tests die Beobachtung.

Die Seminare

Das Lehrerbildungszentrum bietet drei verschiedene Möglichkeiten der Vorbereitung und Begleitung der theoriegeleiteten Praktika an. In allen drei Seminartypen findet eine Auseinandersetzung mit der Methode des Beobachtens statt, und die Verzahnung von Theorie und Praxis steht überall im Mittelpunkt. Die Art dieser Verzahnung lässt die unterschiedlichen Seminartypen entstehen.

Beobachten im Schulalltag (klassisch)

Hier werden zur Verfügung stehende Unterrichtsvideos genutzt, um sich praxisnah mit einzelnen Lehrerkompetenzen auseinanderzusetzen. Die Videoanalysen helfen außerdem, die im Seminar entwickelte Beobachtungsaufgabe auf ihre Umsetzbarkeit im Praktikum hin zu überprüfen.

Mitarbeit im Förder-Forderprojekt Deutsch in den Klassen 5 des Rhein-Maas-Gymnasiums

In diesem Schulprojekt erarbeiten die SchülerInnen zu einem selbstgewählten Thema einen PowerPoint gestützten Vortrag für ein „echtes“ Publikum. Die Studierenden lernen, einen solchen, recht selbstbestimmten Lernprozess im direkten Kontakt mit den SchülerInnen kompetent zu begleiten. Von den konkreten Problemen der Praxis ausgehend wird im dazugehörenden Seminar das individuelle Fördern reflektiert.

Ein Zeitungsbericht aus der Aachener Zeitung gibt einen Einblick in das Projekt (Quelle: Aachener Zeitung Ausgabe: Aachen-Stadt, Nr. 36, 11.02.2012, S. 18).

Individuelles Fördern

In diesem Seminar wird das individuelle Fördern theoretisch erarbeitet (vom lerntheoretischen Hintergrund über konkrete Werkzeuge der Diagnose, der Gesprächsführung und Erfolgskontrolle bis zu Fragen der Lehrerrolle oder der Realisierbarkeit von individualisierten Lernprozessen im Schulalltag) und semesterbegleitend praktisch erprobt in ausgewählten Kooperationsschulen. Diese enge Verzahnung sichert eine kontinuierliche Rückkoppelung von Theorie und Praxis.

Die individuelle Förderung

Das Stichwort der individuellen Förderung ist in aller Munde und keine Schule kommt mehr darum herum, sich dieser Herausforderung zu stellen. Was ist damit konkret gemeint?

Alle sind sich einig, dass es darum geht, das Problem der Heterogenität sinnvoll zu lösen. Trotzdem klaffen die konkreten Vorstellungen von individueller Förderung weit auseinander. Der Bogen spannt sich von Vorstellungen einer Förderung, bzw. Forderung an den Rändern (der zu Schwachen und der zu Starken, der Migranten und der Jungen, usw.) bis zu einer grundsätzlichen Neuorientierung von Schule und Unterricht, bei der das Lernen als aktiver und eigenständiger Prozess für alle initiiert wird und daher von Anfang an individuell ist.

Jedes Kind hat das Recht darauf, seine Möglichkeiten entfalten zu können – das ist der rechtliche Grundstein, an dem sich das Gespräch um individueller Förderung orientieren muss.

Lernen ist nicht die Antwort auf Lehren, Lernen hängt vom Angebot und dessen Nutzung ab – der gemäßigte Konstruktivismus gestützt durch neurologische Erkenntnisse ist die theoretische Grundlage der individuellen Förderung.

Schule wird immer eine Institution sein, in der einige wenige für den Lernprozess von sehr vielen verantwortlich sind oder gemacht werden – das ist der konkrete Rahmen, in dem sich individuelle Förderung bewähren muss.

 



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