Aachener Didaktiktag 2021

  Tafel mit dem Schriftzug: wir wollen, können, werden. Urheberrecht: © iStock

"Mündigkeit und Haltung: Didaktische Perspektiven auf die gesellschaftliche Verantwortung von Schulen" ist der Titel des diesjährigen Aachener Didaktiktages. Dieser hat am 25. und 26. November 2021 in Form einer Onlinetagung in Zoom stattgefunden.

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Mündigkeit und Haltung: Didaktische Perspektiven auf die gesellschaftliche Verantwortung von Schule

25./26. November 2021, Online via Zoom

Mit dem Titel „Mündigkeit und Haltung: didaktische Perspektiven auf die gesellschaftliche Verantwortung von Schule“ möchte die diesjährige Veranstaltung an die Forderungen anknüpfen, die von Seiten der KMK in Hinblick auf den Auftrag schulischer Bildung formuliert werden und im Kontext verantwortungsvollen Handelns gegenüber Gesellschaft und Umwelt zunehmend an Bedeutung gewinnen: „Schülerinnen und Schüler sollen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern erzogen werden, die verantwortungsvoll, selbstkritisch und konstruktiv ihr berufliches und privates Leben gestalten und am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“ (2004: S. 6). Hierbei erhält „Mündigkeit“ nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine gesellschaftlich-moralische Dimension, die einerseits die Befähigung autonom denken und handeln zu können (Mündigkeit) umfasst, andererseits aber auch die Fähigkeit, in diesen Handlungen Kohärenz und Stringenz (Haltung) zu entwickeln.

Wie Schüler*innen in der Entwicklung entsprechender Kompetenzen im Rahmen von unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten gefördert werden können und wie die Qualifizierung von Lehrkräften in Hinblick auf die Bewältigung dieser Aufgabe gelingen kann, ist Gegenstand des Aachener Didaktiktages. Dabei möchte die Veranstaltung explizit auf eine inhaltliche Engführung verzichten und Raum geben, unterschiedliche Perspektiven und Betrachtungsweisen im Kontext von „Mündigkeit“ und „Haltung“ einzunehmen.

Keynote, 25. November 2021, 18 – 20 Uhr

Begriffliche Konturen von „Mündigkeit“: Pädagogisches Anliegen – politisches Motiv – kritische Haltung
Der mit Mündigkeit verbundene Anspruch auf freie und reflektierte Lebensführung wurde in der Aufklärung gegen die feudalen Formen gesellschaftlicher Herrschaft und Bevormundung formuliert und im Weiteren als Bedingung demokratischer Gesellschaftsformen gefasst. Mündigkeit erscheint im Sinne kultivierter Freiheit und vernünftiger Selbstbestimmung als etwas, das sich nicht von alleine (z.B. durch "Reifung") einstellt, sondern pädagogischer Förderung bedarf. Der Vortrag zeichnet einige begriffliche Konturen von Mündigkeit anhand ideengeschichtlicher Stationen sowie exemplarischer Phänomene nach. Neben einigen Problemen, vor die pädagogische Bemühungen im Zuge einer Förderung von Mündigkeit gestellt sind, rücken auf diese Weise auch Perspektiven in den Blick, mit denen sich der Begriff weiterdenken lässt.

Prof.-Vertr. Dr. Carsten Bünger, Institut für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd