Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion

 

Alle Vorträge finden über ‚Zoom‘ statt. Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Die Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion sind inzwischen ein fest etabliertes Format, das neben spannenden Vorträgen auch die Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion bietet. Dabei werden sowohl Themen im Bereich des engen als auch des weiten Inklusionsbegriffes aufgegriffen.

Zielgruppe: Wissenschaftler*innen und Dozierende, (angehende) Lehrer*innen, Schulleiter*innen, Pädagog*innen, Eltern und weitere Interessierte.

Kontakt
Vanessa Ohm
Lehr- und Forschungsgebiet Heterogenität
RWTH Aachen University
Institut für Erziehungswissenschaft
Eilfschornsteinstraße 7
52056 Aachen

Dienstag, 07.12.2021, 18:30 Uhr

(Inklusive) Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen

Prof. Dr. Dino Capovilla (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

Wie funktioniert eigentlich unsere visuelle Wahrnehmung und was bedeutet vor diesem Hintergrund eine Beeinträchtigung des Sehens? Wie gelangen blinde Kinder zur Vorstellung eines Tigers, den der Großteil der Menschen lediglich aus den visuellen Medien kennt? Wie und wie gut funktioniert gemeinsames Lernen im Kontext Sehbeeinträchtigung? Diese und ähnliche Fragen werden in der Vorlesung erarbeitet und mit biografischen Blitzlichtern aus dem Leben von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen verbunden.

Prof. Dr. Dino Capovilla (*1979) studierte Informatik und Philosophie in München und Hagen und war mehrere Jahre als Lehrer für Mathematik und Informatik in Südtirol und Deutschland tätig. 2015 promovierte er mit einer inzwischen mehrfach ausgezeichneten Doktorarbeit und folgte 2016 einem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin auf die Juniorprofessur für Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Sehens. Seit 2020 lehrt und forscht er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er konzentriert seine Forschungsaktivitäten auf die Analyse der Lebensbedingungen behinderter Menschen in der Tradition der Behindertenbewegung, auf Teilhabe durch Technologie und interdisziplinäre didaktische Ansätze im gemeinsamen Unterricht.

Die Anmeldung erfolgt hier.

 

Dienstag, 18.01.2022, 18:30 Uhr

Körperpädagogik. Inklusion/Exklusion durch Biopolitik

Prof. Dr.in Kirsten Puhr (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):

In meinem Beitrag werde ich das Thema Biopolitik als Teil hegemonialer Vorstellungen menschlichen Lebens (historisch und aktuell) zur Diskussion stellen. Auf eine Positionierung zu Verletzlichkeit und Prothese hin, spreche ich mit einem Verständnis von Körper und Behinderungen als kontingente kulturelle Konstruktionen und den damit verbundenen gesellschaftlichen wie pädagogischen Praxen.

Prof.in Kirsten Puhr ist Erziehungswissenschaftlerin und leitet seit Oktober 2019 den Arbeitsbereich „Allgemeine Inklusionspädagogik“ sowie den Arbeitsbereich „Körperpädagogik“ an der Martin-Luther-Universität Halle. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Kulturelle Praktiken und materielle Kulturen als Akteure kontingenter Normalitäten von (Nicht)Behinderungen, Inklusion und Exklusion sowie (Nicht)behinderte Körperbilder als Vor- und Darstellungen von Behinderungen.

Die Anmeldung erfolgt hier.