Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion

 

Alle Vorträge finden über ‚Zoom‘ statt. Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Die Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion sind inzwischen ein fest etabliertes Format, das neben spannenden Vorträgen auch die Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion bietet. Dabei werden sowohl Themen im Bereich des engen als auch des weiten Inklusionsbegriffes aufgegriffen.

Zielgruppe: Wissenschaftler*innen und Dozierende, (angehende) Lehrer*innen, Schulleiter*innen, Pädagog*innen, Eltern und weitere Interessierte.

Kontakt
Vanessa Ohm/ Dr. Meike Penkwitt
Lehr- und Forschungsgebiet Heterogenität
RWTH Aachen University
Institut für Erziehungswissenschaft
Eilfschornsteinstraße 7
52056 Aachen

Donnerstag, 04.11.2021, 18:30 Uhr

Rassismus als pädagogische Herausforderung

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück)

In mehrfacher Hinsicht stellt Rassismus eine pädagogische Herausforderung dar, etwa als curricularer Unterrichtsgegenstand oder als Problem innerhalb der Schule, etwa im Klassenzimmer (also insbesondere zwischen Lehrkraft und Kindern), auf dem Pausenhof (insbesondere zwischen den Kindern) oder im Lehrerzimmer (zwischen den Lehrkräften). Vor diesem Hintergrund wird im Vortrag u.a. gefragt: Warum wird das Themenfeld heute so relevant? Was lässt sich im Hinblick auf pädagogische Professionalität daraus ableiten? Welche weiteren Anforderungen werden an die pädagogischen Institutionen in den nächsten Jahren gestellt?

Aladin El-Mafaalani ist seit Juli 2019 Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück. Gleichzeitig betreut er als Beauftragter des NRW Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration die Koordinierungsstelle für muslimisches Engagement in NRW und ist Mitglied des Beirats für Teilhabe und Integration des Landes NRW.

 

Dienstag, 07.12.2021, 18:30 Uhr

(Inklusive) Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen

Prof. Dr. Dino Capovilla (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

Wie funktioniert eigentlich unsere visuelle Wahrnehmung und was bedeutet vor diesem Hintergrund eine Beeinträchtigung des Sehens? Wie gelangen blinde Kinder zur Vorstellung eines Tigers, den der Großteil der Menschen lediglich aus den visuellen Medien kennt? Wie und wie gut funktioniert gemeinsames Lernen im Kontext Sehbeeinträchtigung? Diese und ähnliche Fragen werden in der Vorlesung erarbeitet und mit biografischen Blitzlichtern aus dem Leben von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen verbunden.

Prof. Dr. Dino Capovilla (*1979) studierte Informatik und Philosophie in München und Hagen und war mehrere Jahre als Lehrer für Mathematik und Informatik in Südtirol und Deutschland tätig. 2015 promovierte er mit einer inzwischen mehrfach ausgezeichneten Doktorarbeit und folgte 2016 einem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin auf die Juniorprofessur für Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Sehens. Seit 2020 lehrt und forscht er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er konzentriert seine Forschungsaktivitäten auf die Analyse der Lebensbedingungen behinderter Menschen in der Tradition der Behindertenbewegung, auf Teilhabe durch Technologie und interdisziplinäre didaktische Ansätze im gemeinsamen Unterricht.

 

Dienstag, 18.01.2022, 18:30 Uhr

Körperpädagogik. Inklusion/Exklusion durch Biopolitik

Prof. Dr.in Kirsten Puhr (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):

In meinem Beitrag werde ich das Thema Biopolitik als Teil hegemonialer Vorstellungen menschlichen Lebens (historisch und aktuell) zur Diskussion stellen. Auf eine Positionierung zu Verletzlichkeit und Prothese hin, spreche ich mit einem Verständnis von Körper und Behinderungen als kontingente kulturelle Konstruktionen und den damit verbundenen gesellschaftlichen wie pädagogischen Praxen.

Prof.in Kirsten Puhr ist Erziehungswissenschaftlerin und leitet seit Oktober 2019 den Arbeitsbereich „Allgemeine Inklusionspädagogik“ sowie den Arbeitsbereich „Körperpädagogik“ an der Martin-Luther-Universität Halle. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Kulturelle Praktiken und materielle Kulturen als Akteure kontingenter Normalitäten von (Nicht)Behinderungen, Inklusion und Exklusion sowie (Nicht)behinderte Körperbilder als Vor- und Darstellungen von Behinderungen.